Alte Landkarten Geschichte ab 1800-1960

Alte Landkarten und deren Geschichte von 1800 bis 1960


Alte Landkarten um 1800 in Deutschland und Europa

Im 18. Jahrhundert erhielt die Herstellung der Atlanten und Landkarten und Stadtpläne in Deutschland und Europa den Status eines Gewerbes. Leider kam es zu der Zeit immer noch zu Nachlässigkeiten bei der Aufdatierung der alten Landkarten. Die Landkarten wurden damals immer wieder neu gedruckt, aber nicht mit dem neuesten Datum versehen. Daher stand kein aktuelles Material an Landkarten zur Verfügung. Auf lange Sicht waren die meisten der Privatkartografen damit überfordert, einheitliche, topografische Aufnahmen sowie die kartografische Bearbeitung ganzer Länder in großen Maßstäben abzubilden. Viele Länder begannen daraufhin damit, die Staatsgebietskartierung zu finanzieren. Am Ende des 18. Jahrhunderts stellte das Land sogar Beamte als Kartografen an. Es begann nun die Zeit der modernen topografischen Landesaufnahmen, die damals schon als sehr präzise galten. Damals beschränkten sich die genauen Landvermessungen eher auf flache Landstriche, wobei das Hochgebirge bestenfalls schematisch dargestellt wurde. Doch die Technik besserte sich kontinuierlich, so dass es bald möglich war, auch Gletscher- und Almregionen präzise in alte Landkarten abzubilden.

Graecia (Griechenland) ca. 1000 n. Chr. aus Atlas Antiquus (von 1850). Karl von Spruner.

Alte Landkarten von Deutschland und Europa


Es waren bis dahin zwar schon viele Staaten topografisch erfasst worden, der Ausdruck als Landkarte, Weltkarte oder Stadtplan blieb jedoch als Ergebnis aus. Als Vorbild zahlreicher Kartenwerke in Deutschland und ganz Europa galt die Dufourkarte der Schweiz. Sie war besonders anschaulich durch die Darstellung des Geländes durch Schattenraffen und einer Beleuchtungsrichtung aus Nordwest. Die amtlichen Kartenwerke wie alte Landkarte, Stadtplan oder Weltkarte in dieser frühen Zeit wurden mit der Reproduktionstechnik des "Kupferstich" hergestellt.


Weltkarten, Stadtpläne und alte Landkarten in Atlanten


Alte Landkarten, Stadtpläne und Weltkarten in farbigem Ausdruck etablierten sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland und in Europa. Hier kam die Lithografie für den Druck geologischer Karten zum Einsatz. Diese Reproduktionstechnik wurde im Jahr 1798 erfunden und überzeugte besonders mit der Anschaulichkeit für die alte Landkarte, den Stadtplan oder die Weltkarte. Die Kosten waren bei dieser Herstellungsvariante damals sehr gering.


Alte Landkarten, Stadtpläne, Weltkarte und farbige topographische Karten in Deutschland und Europa


Die alte Topographische Karte des Kantons Zürich war eine der ersten topografischen Kartenwerke in Farbdruck. Ihr folgten die topografischen Karten von Baden und Württemberg sowie die alte Schweizer Siegfriedkarte. Diese drei Werke tragen zwar die Bezeichnung Topographischer Atlas, im heutigen Sprachgebrauch handelt es sich aber um alte Kartenwerke und nicht um Atlanten.

United Staates ( mit Grenzkolorit). Aus: THE ROYAL DICTIONARY-CYCLOPAEDIA for universal reference . Ca. 1867.

Alte Landkarten, Stadtplan und Weltkarte in der Privatkartografie um 1900 in Deutschland und Europa


Die Entwicklungen in der Kartografie von Stadtplan, Weltkarte und Landkarten blieben in Deutschland und ganz Europa nicht ohne Wirkung auf die Privatindustrie. Es gab immer mehr so genannte geografische Institute, etwa in Weimar, Leipzig und Gotha, die Landkarten, Weltkarten, Atlanten und Stadtpläne herausgaben. In Gotha war die geographische Anstalt des Justus Perthes lange Zeit führend in der Branche. In Gotha brachte der Geograph August Petermann seine Zeitschrift "Petermanns Geographische Mitteilungen" heraus und machte sie zur bedeutsamsten Fachzeitschrift der Geographie in deutscher Sprache. In ihr wurden alle wichtigen geographischen Entdeckungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert in Deutschland und Europa publiziert. In jeder Ausgabe erschienen aktuelle Landkarten, Stadtplan oder Weltkarte, die damals anerkennende Kritik erhielten.


Alte Landkarten, Weltkarte und Stadtplan im Stielers Hand-Atlas


Deutschland war im 19. Jahrhundert in Europa führend in der Kartografie von Atlanten, die alte Landkarten, die Weltkarte und Stadtpläne enthielten. Der alte Handatlas von Adolf Stieler erschien ab dem Jahr 1817 bei Perthes in Gotha. Der Justus Perthes Verlag wurde 1785 in Gotha gegründet und ist dort noch heute unter dem Namen Klett/Perthes etabliert. Der Verlag ist bekannt für vielfältige Ausgaben von Weltkarten, Reisekarten, Atlanten sowie verschiedener Stadtpläne.


Der deutsche Kartograf Adolf Stieler (1775 bis 1836) trug bedeutend zur Entwicklung der Kartografie in Deutschland bei. Er galt als Begründer der Atlaskartografie in Gotha. Auf der Sternwarte Gotha, die von Franz Xaver von Zach errichtet wurde, prüfte und beurteilte dieser selbst die damalig geschaffenen Kartenentwürfe aus Deutschland und Mittel-Europa und wurde so auch auf den talentierten jungen Adolf Stieler aufmerksam. Zach unterrichtete Stieler und gab ihm Anregungen für die Erstellung von Atlanten und Kartenwerken sowie von Stadtplan oder Weltkarte. Außerdem publizierte er Stielers erste Kartendarstellungen. Dies erfolgte unter seiner Leitung in Weimar sowie bei Friedrich Justin Bertuch in den "Allgemeinen Geographischen Ephemeriden". Stieler zeichnete zur damaligen Zeit alte Landkarten für den großen deutschen Handatlas desselben Verlags wie die "Topographisch-militairische Charte von Teutschland in 204 Sectionen" und den "Allgemeinen Hand-Atlas der ganzen Erde".

Übersicht der Reisen und Entdeckungen Afrikas. Karte von 1878. Aus Meyer`s Konversations-Lexikon.

Alte Landkarten, Weltkarten und Stadtpläne von Stieler


Adolf Stieler zeichnete auch alte Landkarten und Weltkarten für andere Autoren, die allgemein anerkannt wurden. Dazu zählte beispielsweise die alte Karte von Deutschland in einem Maßstab von 1:2900000 die in einem Buch von E. A. Von Hoff erschien. Aufgrund dieser Arbeit kam Stieler mit dem Verleger Justus Perthes in Kontakt, mit dem er sein ganzes Leben lang verbunden blieb. Bereits im Jahr 1812 kontaktierte Adolf Stieler Christian Gottlieb Reichard zur gemeinsamen Konzeption eines Atlanten, welcher im Ergebnis dem Verleger Perthes im Jahr 1815 vorgelegt wurde. Stieler plante einen Atlas in praktischem Format, der möglichst genau, deutlich und vollständig sein sollte. Außerdem sollte der Atlas zweckmäßig sein sowie eine Gleichförmigkeit der Projektion des Maßstabes gewährleisten. Alte Landkarten wurden hier auf schönem Papier und in gutem Druck sowie in sorgfältiger Illumination hergestellt. Darüber hinaus sollte der Atlas zu einem guten Preis zu kaufen sein. Die erste Auflage des Atlas erschien im Jahr 1817. 1823 enthielt der Atlas 50 alte Landkarten und wurde mit tatsächlich nur 47 Blättern vorläufig komplettiert. Bis dahin hatte Reichard durch 16 alte Landkarten etwa ein Drittel der Karten beigesteuert. Stielers Hand-Atlas kam in zahlreichen Auflagen heraus.

Königreich Sachsen und Thüringische Staaten. Von 1881. Andree`s allgemeiner Handatlas. Verlag Velhagen & Klasing.

Alte Landkarten in der Hundertjahr-Ausgabe von Stielers Hand-Atlas


In den Jahren 1920 bis 1925 wurde eine Hundertjahr-Ausgabe des Stielers Hand-Atlas herausgegeben, der nun auf über 108 Landkarten erweitert worden war. Stielers Hand-Atlas erschien in Deutschland bis zum Jahr 1945. Dabei setzte Stieler mit Erfolg den Typ des Hand-Atlanten fort. Dieser alte Atlastyp war zuerst von Adam Christian Gaspari und Friedrich Justin Bertuch in Weimar entwickelt worden.


Alte Landkarten bei Historikern beliebt


Heute gibt es eine neue Ausgabe des in 1906 hergestellten Stieler Hand-Atlas, der auch in der heutigen Zeit noch zu den besten historischen Kartenwerken in ganz Europa zählt. Der schwere Atlas ist anschaulich, enthält viele alte Landkarten und lässt sich trotz seines Gewichts bequem handhaben. Die Landkarten, Stadtpläne und Weltkarten sind gut lesbar. Der Atlas gewährt dem Leser einen guten Einblick in die Gestaltung und die Grenzen und die "alte Welt". Landkarte, Weltkarte oder Stadtplan präsentieren sich hier in bester Qualität.


Alte Landkarten, Weltkarten und Stadtpläne im Andrees Allgemeiner Handatlas


Ein berühmtes Werk der Kartographie ist der Andrees Allgemeiner Handatlas. Benannt ist dieser Atlas nach Richard Andree. Herausgeber in Leipzig und Bielefeld war von 1881 bis 1937 der Velhagen & Klasing Verlag. Andree entwickelte detailgenaue Karten mit guter Auflösung und zu günstigen Preisen. Dies machte die Verwendung chromolithographischer Platten anstelle von Kupferstichen möglich. Eine Ausgabe des Andrees Allgemeiner Handatlas unterschied sich jedoch von vorangegangenen Atlanten-Ausgaben. Der Atlas aus dem Jahr 1937 wurde im Offsetdruck hergestellt. Danach wurde der Andree Allgemeiner Handatlas jedoch im Hockdruckverfahren und der Verwendung von Zinkplatten reproduziert, denn so waren feinste Farbabstufungen möglich. Die Erstausgabe erschien im Jahr 1881. Albert Scobel gab die vierte und fünfte Ausgabe heraus. Die sechste bis achte Ausgabe wurde von Ernst Ambrosius herausgegeben. Die letzte Auflage des Atlanten veröffentlichte Konrad Frenzel. Zu den am Andrees Allgemeiner Handatlas beteiligten Kartographen zählten R. Köcher, G. Jungk, A. Thomas, E. Umbreit, K. Tänzler und H. Mielisch. Die Erstellung einzelner Karten erfolgte auch über andere geographische Institute wie Wagner & Debes, Peip sowie Sternkopf und Sulzer. Darüber hinaus entstand ergänzend zum Andrees Handatlas das Geographische Handbuch, welches in den Jahren 1882, 1894 und in der 2. Auflage 1895 erschien. Die 3. Auflage wurde 1898 bis 1899, die 4. Ausgabe im Jahr 1902 und die 5. Auflage im Jahr 1909 herausgegeben. Der Andrees Allgemeine Handatlas enthielt alte Landkarten, aber auch Weltkarte und Stadtplan fehlten nicht.

Württemberg und Hohenzollern. Von 1897. Aus Meyers Konversations-Lexikon.

Alte Landkarten in Andrees Allgemeiner Handatlas - Ausgaben in anderen Ländern


Neben Deutschland wurde der Andrees Handatlas auch in anderen Ländern in ganz Europa herausgegeben. Es gab zum Beispiel die Österreichisch-Ungarischen Ausgaben in den Jahren 1904 sowie 1909 bis 1913 über den Wiener Verlag Moritz Perles. Auch in Schweden erschienen drei Ausgaben des Andrees Allgemeiner Handatlas bzw. Andree´s Stora Handatlas. 1881 verfügte dieser über 96 Kartenseiten. Im Jahr 1899 bestand er bereits aus 130 Hauptseiten und 140 Nebenkarten bis im Jahr 1907 eine 3. Ausgabe mit 143 Hauptkarten und 163 Nebenkarten erschien. Es folgte unter dem Titel Bonniers Världsatlas im Jahr 1924 eine Ausgabe mit 200 Karten sowie zusätzliche Karten Skandinaviens. Daher erschienen Einleitung und Versotext auch in schwedischer Sprache. Der Atlas erschien darüber hinaus in dänischen und finnischen Ausgaben. Auch mindestens eine italienische Übersetzung wurde verlegt. Die Andrees Karten wurden in London im Jahr 1893 ebenfalls für den Cassell´s Universal Atlas verwendet sowie 1895 bis 1900 für den Times Atlas. Dieser wurde in Leipzig in englischer Sprache gedruckt.


Alte Landkarten, Stadtpläne und Weltkarten im Atlas Antiquus


Der Atlas Antiquus des berühmten Kartographen Heinrich Kiepert wurde 1859 über den Berliner Verleger Dietrich Reimer herausgegeben. Heinrich Kiepert (1818 bis 1899) begeisterte sich schon früh für die klassische Antike und wurde später Universitätsprofessor in München. Damals fielen Kiepert bereits die fehlerhaften Ausführungen der alten Landkarten und Weltkarten in den Schulbüchern auf und diese wurden von ihm sehr bemängelt. Später verfasste Kiepert selbst als Autor zahlreiche alte Landkarten und Weltkarten sowie Schulkarten und ließ diese veröffentlichen. Vom Atlas Antiquus wurden hunderttausende Exemplare weltweit verbreitet und er erschien in vielen verschiedenen Sprachen. Ein weiteres wichtiges geografisches Werk von Heinrich Kiepert wurde der Neue Handatlas aus dem Jahr 1860. Die dritte Auflage dieses Werkes erschien 1896. Auch hier findet der Leser Weltkarte, Stadtplan und alte Landkarte.


Der Atlas Antiquus wurde erstmalig 1898 verlegt und unter anderem auch über den Verlag Justus Perthes herausgegeben. Der Verlag Perthes brachte von der Weltkarte bis zum Stadtplan alle damals benötigten Karten heraus. Perthes veröffentlichte neben Weltkarten auch Stadtpläne und weiteres Kartenmaterial. Auch Atlanten-Werke wie der Stieler Hand-Atlas, der Taschenatlas, der Geschichtsatlas, der Staatsbürger Atlas sowie der See-Atlas erschienen über den Perthes Verlag.

Westasien zur Zeit der Khalifen. Karte von 1901. Aus Weltgeschichte (Helmolt).

Alte Landkarten und Weltkarten im Atlas Antiquus


Der Atlas Antiquus erschien 2007 als Reprint der Berliner Originalausgabe von 1902. Er präsentiert sich in großem Format und ist ein exklusiv ausgestatteter Geschichtsatlas, der zwölf doppelblattgroße kartographische Karten in vier Farben über die Herrschaftsgebiete der antiken Welt enthält. Dazu zählen insbesondere alte Landkarten über Persien, Phönizien, Ägypten, Kleinasien, Palästina und Griechenland. Darüber hinaus enthält er Karten über die Ägäis, Afrika, Spanien, Gallien, Germanien und Britannien sowie das antike Imperium Romanum. Der Atlas Antiquus ist in Velour eingebunden und mit Goldprägungen versehen. Der Buchrücken besteht aus Seidenleinen. Interessierte Leser finden hier eine Sammlung von Karten der alten Welt im Stil des 19. Jahrhunderts.


Die Seiten des Atlas Antiquus sind großzügig angelegt und verfügen über ein Inhaltsverzeichnis. Im Anschluss folgen farbige alte Landkarten von Griechenland, Italien, Ägyten und insbesondere Rom. Die Karten sind mal auf einer halben Seite, mal auf einer Doppelseite abgebildet. Sie werden im Quer- oder Hochformat dargestellt. Auch Legenden, Überschriften und ergänzende Teilkarten sind auf den Seiten abgedruckt. Die alten Landkarten machen tatsächlich jedoch bei insgesamt knapp sechzig Seiten nur ungefähr die Hälfte aus. In der zweiten Hälfte findet sich das Namenverzeichnis, mit dem der Leser sich bei speziellen Suchen besser im Atlas Antiquus orientieren kann. Auch ein erklärendes Vorwort ist Teil dieses Atlas. Das alte Werk eignet sich nicht unbedingt für Laien. Der Benutzer oder Leser sollte neben Latein auch über historische Kenntnisse verfügen, um diesen Atlanten erfolgreich einsetzen zu können.

Die Volksdichte in Europa um 1900. Karte von 1901. Aus Brockhaus Konversations-Lexikon.

Alte Landkarten des Bibliographischen Instituts in Meyers Konversations-Lexikon und der Brockhaus Enzyklopädie


Das Bibliographische Institut wurde 1826 von Joseph Meyer als Verlagsbuchhandlung in Gotha gegründet. Heute hat es seinen Firmensitz in Berlin. Das Bibliographische Institut gehört der Unternehmensgruppe Cornelsen an und wurde bekannt mit Lexika wie beispielsweise Meyers Konversations-Lexikon, Meyers Atlanten, Meyers Reisebücher oder dem Duden, dem Standardwerk für deutsche Sprache. 1874 zog der Verlag nach Leipzig um. 1946 kam es zur Enteignung und das Unternehmen wurde als VEB Bibliographisches Institut Leipzig weitergeführt. Populär wurde das Institut durch die Herausgabe von Reiseführern und Wanderkarten. Aber auch Stadtplan und Weltkarte wurden vom Bibliographischen Institut herausgegeben. Im Jahr 1953 entschieden die ehemaligen Eigentümer, die Aktiengesellschaft nach Mannheim zu verlegen. Dies kam einer Unternehmensneugründung gleich. Die westdeutschen Lexikonverlage F.A. Brockhaus und Bibliographisches Institut AG fusionierten und wurden zum Bibliographischen Institut & F. A. Brockhaus AG. Auch der Brockhaus gab ein vielbändiges Konversations-Lexikon heraus, welches ebenfalls alte Landkarten, Weltkarte und Stadtplan enthielt.


Alte Landkarten und amtliche topografische Karten in Europa und Deutschland


Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebte die Kartographie von Atlanten in Deutschland und Europa ihre Blütezeit. Es galt auf der einen Seite, die in der Zeit gemachten Entdeckungen zu dokumentieren. Ebenso erfolgte die Abbildung der großen Landesaufnahmen. Die Geländedarstellung erfuhr eine deutliche Verbesserung. Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Höhenlinie für alte Landkarten und Weltkarten erfunden, aber sie tauchte auf den Landkarten und Weltkarten erst 200 Jahre später regelmäßig auf. Die Höhenlinie war nun zwar präzise, aber immer noch nicht sehr ansehnlich in der Landkarte oder Weltkarte erkennbar. In Österreich und in der Schweiz suchte man daher nach Möglichkeiten, um die Höhenlinie anschaulicher zu gestalten und setzte schließlich die spezielle Schraffendarstellung ein und machte so die typgraphischen Landkarten präziser und ansehnlicher.

Union der sozialistischen Sowjetrepubliken (SSSR). Karte von 1932. Aus der Grosse Herder Atlas.

Alte Landkarten und Stadtplan in Meyers Konversations-Lexikon


Mit dem Meyers Konversations-Lexikon erschien ein bedeutsames enzyklopädisches Werk mit allgemeinem Inhalt und in deutscher Sprache. Es wurde im 19. und 20. Jahrhundert vom Bibliographischen Institut in mehreren Auflagen herausgegeben. 1986 wurde die Weiterentwicklung zu Gunsten der Brockhaus Enzyklopädie eingestellt. Dies war auf die Fusion des Brockhaus Verlag und des Bibliographischen Instituts zurückzuführen.


Das große Konversations-Lexikon wurde von Joseph Meyer, dem damaligen Geschäftsführer des Bibliographischen Instituts herausgegeben. Es umfasste 52 Bände und war damit das größte Konversationslexikon in Deutschland im 19. Jahrhundert. Herrmann Julius Meyer übernahm nach dem Tod Joseph Meyers im Jahr 1856 die Weiterführung der Lexika-Reihe. Bewusst ließ er das Werk in der 2. Auflage nicht als Großes Konversations-Lexikon erscheinen, sondern als neubearbeitete Fassung mit dem Titel "Neues Konversations-Lexikon für alle Stände", 1857 bis 1860. Dieses war mit lediglich 15 Bänden deutlich weniger ausführlich. Zwischen 1861 und 1867 erschien eine zweite, komplett überarbeitete Auflage mit dem Titel "Neues Konversations-Lexikon, ein Wörterbuch des allgemeinen Wissens". Dazu kamen ein Nachtrags- und Registerband. Auch ein Spezialsupplement gehörte dem Werk an. Des Weiteren veröffentlichte der Verlag zu dieser Auflage weitere sieben Bände als "Ergänzungsblätter zur Kenntnis der Gegenwart". Bis 1979 erschienen neun Auflagen des Meyers Konversations-Lexikon. Die neunte Auflage umfasste 25 Bände sowie 7 Ergänzungsbände und zehn Jahresbände. Bis zur 21. Auflage des Brockhaus war Meyer Enzyklopädisches Lexikon im 20. Jahrhundert das umfangreichste Lexikon in deutscher Sprache. Zum 150-jährigen Bestehen des Bibliographischen Instituts erschien die 9. Auflage in zwei Ausgaben, die in burgunderrotes Halbleder und auf 700 Exemplare limitiert in dunkelblauem Glanzleder ausgegeben wurde. Das Werk enthielt nicht nur alte Landkarten, sondern auch Stadtpläne verschiedener Städte.


Mittel- und Südafrika. Von 1937. Andree`s allgemeiner Handatlas.

Der Brockhaus Verlag war in seiner kartographischen Tätigkeit weniger bedeutend. Hier beschränkte man sich auf die Kartenbeilagen der Lexika. Stadtpläne und Weltkarte sowie alte Landkarten rundeten die mehrbändige Enzyklopädie ab.


Alte Landkarten, Stadtpläne und Weltkarten in anderen Ländern


Außer in Deutschland wurden auch in anderen Ländern in Europa kartographische Werke und Atlanten mit alten Karten entwickelt, die alte Karten, Stadtpläne und weiteres Kartenmaterial enthielten. Länder wie die Niederlande, England, Frankreich, Österreich-Ungarn, Polen, Spanien, Russland, Schweiz, Tschecheslowakei und die USA brachten verschiedene Atlanten und Kartenwerke heraus. Stadtplan oder alte Landkarten wurden hier ebenso publiziert wie die Weltkarte. Frankreich beispielsweise veröffentlichte verschiedene Atlanten und auch Italien brachte einige Kartenwerke heraus. Aus Österreich und Österreich-Ungarn stammt der "Allgemeine Hand-Atlas der ganzen Erde"und auch in Polen erschienen qualitativ hochwertige Atlanten, die aber außerhalb des Landes relativ unentdeckt blieben. Die Schweiz brachte hervorragende topographische Landeskarten wie etwa den "Schweizer Weltatlas" heraus und auch in Spanien entstand ein umfassender kartographischer Weltatlas. Auch in Amerika wurden berühmte Atlanten in vielen internationalen Ausgaben herausgegeben. Die verschiedenen Kartenwerke und alte Landkarten der einzelnen Länder unterscheiden sich teilweise erheblich in Darstellung und Originalität.

Stiller Ozean. Karte von 1960. Aus Der Grosse Brockhaus (Atlasband)